Stimmvieh Vom 28. bis 30. Mai trafen sich über 40 Juso-Hochschulgruppen in Bielefeld zu einem bundesweiten Koordinierungstreffen. Zusätzlich zur Wahl des neuen Bundesgeschäftsführers wurden Anträge zu aktuellen Problemen in der Bildung und Gesellschaft heiß diskutiert und beschlossen.
In gewohnt konzentrierter Arbeitsatmosphäre begann am Freitag um 19 Uhr das Treffen mit einem Input-Referat von Lale Akgün zum Thema Integration und Bildung. Zu diesem Themenkomplex wurde nach intensiver Diskussion auch ein bahnbrechender Antrag beschlossen.
Während des Wochenendes wurde Tobias Keim nahezu einstimmig zum neuen Bundesgeschäftsführer gewählt. Er tritt die Nachfolge von Martin Timpe an, der leider, nach hervorragender Arbeit, im Frühjahr zurückgetreten ist, um seine Dienste im Willy-Brandt-Haus der SPD zur Verfügung zu stellen.
Darüber hinaus wurde der Beirat der Juso-Hochschulgruppen bestätigt: besetzt mit kritischen Köpfen(u.a. Edelgard Buhlmann) aus Wissenschaft und Politik begleitet er unsere Arbeit.
Am wichtigsten war aber die Antragsberatung. In teilweise kontroverser und mühevoller Arbeit wurden zu Themen wie dem Bildungsstreik, elektronischem Leistungsnachweis, Hochschulfinanzierung, Verbesserung der Lehre, Integration, „Gender Budgeding“ und den Folgen des NRW-Wahlergebnis Beschlüsse gefasst, die den Weg zu einem gerechteren, sozialeren und besseren Bildungssystem weisen und sich gegen die in den Ministerien vorherrschende Verwertungslogik in der Bildungspolitik stellen.
Um dieses Pensum zu bewältigen, vertagte sich die Versammlung am Freitag und Samstag erst gegen 24 Uhr, was aber viele Genossinnen und Genossen nicht davon abgehalten hat, das Bielefelder Nachtleben zu erforschen und trotzdem die Beratung morgens konzentriert wieder aufzunehmen.
Am Sonntag verabschiedete das BKT eine Resolution zum „Bolognagipfel“. Obwohl der Bundesvorstand große Hoffnung in den Gipfel gesetzt hatte und dort für unsere Positionen gekämpft hat, bleibt uns nichts anderes übrig als den Dialog vorerst für gescheitert zu erklären. Die Veranstaltung lief auf eine mediale Show der Bundesregierung hinaus, sowohl die Studierenden als auch die Rektor/innen ließ man im Regen stehen. Wir werden die Gespräche nicht abbrechen, aber der Kampf an den Universitäten muss weiter gehen. Auf Schwarz-Gelb in Berlin ist kein Verlass.
(dg)